20.03.2017

Zeitgeister

Niels Holger Wien

„Nach eineinhalb Jahren des Entzuges war es wieder so weit: Nils Holger Wien live on stage beim MCN! Äußerlich unverkennbar – sein roter Haarschopf – demonstrierte er auch inhaltlich wieder einmal seine Kraft der Vermittlung. Bald 90 Minuten eines verbalen, visuellen und auditiven Feuerwerks rauschten an uns vorbei. Seine Ausführungen zogen alle in den Bann, mal leiser bis hin zu einem Crescendo, am schönsten verkörpert in seinem „Japanese-like-Selfie“, das er mit den bald 140 Gästen im prall gefüllten Marmorsaal unter motorisch ekstatischen Beiträgen aller Anwesenden zelebrierte. Referent und alle Marketingbegeisterten verschmolzen zu einem inspirierten Amalgam. Wunderschön für diese Masse der jetzt Lebenden, die laut Nils Holger Wien noch das Privileg haben werden, „in Würde sterben zu dürfen“. 

Gestern, heute und morgen, Mensch, Umwelt und Technik verschmelzen derart, dass Unterschiede  kaum noch herauszuarbeiten sind. Uns als Ich/Selbst abzugrenzen wird immer schwieriger, nur noch wenigen Privilegierten wird es gelingen, klar differenziert eine echte Persönlichkeit zu bleiben und es erfüllt auszuleben.

Welche Wahl werden wir überhaupt noch haben? Die Macht der großen Zahl aus China oder Indien, die mit großer Begeisterungsfähigkeit und Optimismus diesen Zeitenwandel angehen, könnte sehr schnell westliches/deutsches Zaudern/Zögern wie ein Tsunami hinwegfegen. Hat die Geschichte es nicht immer wieder gelehrt? Ab einem bestimmten Zeitpunkt überrollt ein neues Paradigma das alte mit disruptiver Gewalt.

Alle Bereiche des (Zusammen)Lebens werden davon dynamisch erfasst. Die Früchte der Aufklärung könnten unter die Räder geraten oder ist
 es eher eine Chance zur Neudefinition? Nur wenn  wir alle in unseren Verantwortungen den Wandel mitgestalten, bleiben wir am Steuerrad. Passivität, Verdammung, Angst sind schlechte Lehrmeister. 

Viele von uns werden auch seinen Empfehlungen zu Ausstellungen und Buchlektüren folgen, um tiefer einzusteigen. Aktivieren wir uns, um die Menetekel eines George Orwell und Aldous Huxley zu verhindern und die inhärenten Chancen all dessen als positives Trampolin zu nutzen.

Genug Inspiration konnte Nils Holger Wien uns dramatisch vermitteln. Das Handeln liegt an uns. Folgen wir Ortega Y Gasset, der sagte: „Und stellen wir uns die Wirklichkeit vor, so wird die Vorstellung zur Wirklichkeit“. Wir sind gefordert.

Gehen wir an unser Werk, freuen wir uns auf weitere Inspirationen der dritten Art, die uns Nils Holger Wien auch in Zukunft immer wieder einmal vermitteln dürfte.“