Digitalisierung

Taina Temmen, Vorstand im Deutschen Marketing Verband und verantwortlich für Content & Social Media, beantwortet unsere Fragen zur Digitalisierung im ersten Blogeintrag.


Ist ein Marketingplan noch zeitgemäß und was bedeutet der Begriff Digitalisierung für ein Unternehmen. Wie kann eine Marketingstrategie als Grundlage für operative Aktionen in Zeiten der Digitalisierung unterstützen? Hier ihre Antworten ...

 

1. Was bedeutet die Digitalisierung eigentlich für Unternehmen?
Uber, das größte Taxiunternehmen der Welt besitz keine eigenen Fahrzeuge, Airbnb verkauft mehr Hotelübernachtungen als Hilton, die größte Hotelkette der Welt, ohne ein einziges davon zu besitzen… Die Liste dieser Beispiele lässt sich noch ziemlich lange fortsetzen. Die Erkenntnis die dahinter steckt ist, dass Dienstleistungen und vor allem Online-Dienstleister immer mehr an Bedeutung gewinnen. Des Weiteren finden der Kundenkontakt und letzten Endes auch das Retailing zunehmend online statt. So verfolgen in den USA bereits 90% der Unternehmen im Vertrieb eine digitale Strategie, hierzulande ein kaum erwähnenswerter Prozentsatz. Hier herrscht erheblicher Nachholbedarf, sonst droht deutschen Unternehmen das gleiche Schicksal wie z.B. Kodak oder Nokia.

2. Was heißt das konkret für den Marketingplan?
Viele Unternehmen haben keine digitale Strategie. Weder im Marketingplan, noch in sonstigen strategischen Planungen. Dies ist aber gerade in Zeiten, in denen eine schnelle Anpassung und der Kundenkontakt immer wichtiger werden unabdingbar. Eine erfolgreiche digitale Strategie sollte dabei unter anderem SEO, Inbound Marketing, eine Content Strategie, sowie eine gute Webseiten Architektur beinhalten.

3. Wie sieht eine erfolgreiche Marketingstrategie im heutigen Zeitalter aus?
Eine Königslösung hierfür gibt es nicht, da immer eine Individualbetrachtung notwendig ist. Wichtige Grundsätze, die auf jeden Fall beachtet werden sollten, hingegen schon. So sollten mindestens 2 Marketing-Strategien verfolgt werden. Eine für short-term und eine für long-term Aktivitäten. Die short-term Strategie ist nötig, um schnell und flexibel auf Kundenfeedback und den Absatzmarkt reagieren zu können. Denn wer seine Kunden ignoriert, wird sehr schnell vom Markt verdrängt. Die long-term Planung beinhaltet wiederum fundierte Analysen der Unternehmensumwelt, sowie die Budget- und Ressourcenplanung.

4. Ist ein Marketingplan in Zeiten von Schnelllebigkeit und Echtzeit-Marketing dann noch zeitgemäß?
Diese Frage lässt sich nicht eindeutig mit ja oder nein beantworten. Betrachtet man den klassischen Marketingplan, der meistens ein starres, kaum veränderbares Konstrukt darstellt, ist dieser für die heutige Zeit sicher nicht mehr geeignet. Jedoch ist ein fundierter Plan, der im Kern eine übergeordnete Zielstellung, sowie die Unternehmensvision enthält immer noch notwendig. Dieser Plan muss allerdings ständig flexibel anpassbar sein und besonders den Fokus auf Kundenfeedback und Erfolgsmessung legen. Dadurch werden sich ergebende Chancen rechtzeitig erkannt und auf Marktveränderungen gut reagiert.

Zum Schluss haben wir drei Fragen an euch:


1. Lebt ihr noch einen Marketingplan im Zeitalter der Digitalisierung?
2. Welche Unternehmen sind durch die Digitalisierung erfolgreich im Marketing?
3. Wie seht ihr die digitale Zukunft im Marketing?



Wie ist eure Meinung oder Erfahrung? Schreibt uns, wir tauschen uns gerne dazu aus!

 

 

Taina Temmen

Vorstand Deutscher Marketing Verband

Content & Social Media

Email: temmen(at)marketingverband.de