30.09.2019

drkpi

Künstliche Intellgenz

Eingestimmt in das Thema hatten wir uns bereits im September vor Ort im b2b-Unternehmen Baumüller - unser Thema lautete „ Industrie 4.0“. Die Robotik als Schlüsseltechnologie. Roboter, die hochpräzise Schweißaufgaben erledigen und über Algorithmen sogar lernen, einen Maschinendefekt anhand bestimmter Vibrationen und Geräusche zu erkennen und gegebenenfalls eine Schnittstelle zum Service für eine Wartung herzustellen. Unser Learning: als Treiber von Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität ist die Robotik weit über die Automobilbranche hinaus im gesamten Maschinenbau vollumfänglich angekommen. 
 
Doch wie weit sind wir mit KI in der b2c-Welt? 
Kann der Roboter bereits unsere Küche nach einer Party aufräumen? Dazu gaben uns Taina Temmen, Vorstand im DMV und Co-Founder eines Technology Start ups, sowie Prof. Dr.  Urs Gattiker, Mitbegründer des Marketing- und Softwarespezialisten drkpi/Zürich und Präsident des Vierländer-MC Lago, Einblicke und Antworten.
 
Beruhigende Erkenntnis des Abends: Computer sind eben doch nur so schlau, wie die Personen, die „dahintersitzen“. Sie führen Befehle und Programmierungen aus - von einer kreativen, eigenständigen künstlichen Intelligenz sind sie aber noch meilenweit entfernt. Eigenständig die Küche aufräumen, funktioniert noch nicht. 
 
Künstliche Intelligenz (KI), Artificial Intelligence (AI), oder Computer Intelligence werden synonym verwendet und stehen für Computer Systeme, die die menschliche Intelligenz replizieren. Menschliches Wissen wird in Maschinen outgesourct! Algorithmen liefern Grundlagen; große Datenmengen werden verarbeitet und KI Systeme werden „lernfähig“ - auch was das Auffinden von Mustern betrifft. Aber sie erdenken sich (noch) keine neuen Muster, können auch nicht improvisieren, und besitzen keinerlei emphatische Fähigkeiten und Einfühlungsvermögen. 
 
Trotzdem stellte sich bei dem ein oder anderen am Ende des Abends ein gewisses Unwohlsein - oder wie Sascha Lobo es nennt, einRealitätsschock ein: die Entwicklungen sind doch weiter, als mancher gedacht hatte.Nicht nur, dass der Kühlschrank durch KI gefüllt werden kann, der Saugroboter entscheidet, wann wieder gesaugt werden muss, oder Alexaan unserer Stimme erkennt, ob wir Grippe haben ... - Die Entwicklung geht bis zur Erstellung von „Smart Contracts“, bei denen KI die Bewilligung einer Arztbehandlung durch die Krankenkasse erteilt oder ablehnt. Oder bis zu vollautomatischen Kundengesprächen, die mit „Chatbots“ geführt werden. Oder das Computerprogramm, das Gesichter durch  „Facial Recognition“ erkennt bzw. „Fake Facials“ generiert (also falsche Gesichter, die mittels eines Algorithmus durch den Computer erstellt werden).
 
„Bis zum Jahr 2020 (also morgen) werden knapp 30Mrd. Geräte im IoT ( Internet of Things) angeschlossen sein. Das sind mehr als 4 Geräte für jeden Menschen, die entsprechend viele Daten produzieren. Also IoT führt zu gigantischen Datenmengen und KI braucht unendliche Datenmengen.... zusammen ist es eine disruptive Kombination, die unsere Industrien verändern wird“ so Taina Temmen. 
 
Auf die Frage, was ein „No go“ bei KI ist, was KI auf keinen Fall leisten darf, antwortet Urs Gattiker: „Vereinfacht gesagt KI Technik, welche autonom entscheidet und sich zudem autonom weiterentwickelt. Wir müssen darauf achten, dass AI nie ganz genau weiss , was der Mensch will, d.h. wir sagen am Schluss “ja oder nein”. Wenn wir dies nicht sicherstellen, können Dinge passieren, welche wir gar nicht wollen.“

„Wenn wir es nicht verhindern, wird KI viele Entscheide autonom ausführen; das heisst, in vielen Sphären würden wir Menschen dann die Kontrolle verlieren. Also müssen wir die Bemühungen der EU Kommission und Gremien unterstützen, diese Entwicklung wenn möglich in die von uns gewünschten Bahnen zu lenken. Die EU ist da vorbildlich (siehe z.B. AI und Ethik)!“ so Urs. 

Wir halten also fest: „Denken vom Ende her“hilft und scheint unbedingt unumgänglich im Umgang mit KI. Ebenso die Pflicht zum regelmässigen Audit der Algorithmen als auch die Durchsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Diese wurde uns mehrfach ans Herz gelegt und analog ausgedruckt an die Hand gegeben, um für die Einhaltung von Verhaltensnormen zu sensibilisieren und die rechtlichen Grundlagen für das Marketing zu klären.  

Das Thema: hochkomplex und extrem spannend. Die anschließenden Diskussionen am Buffet: intensiv und tiefsinnig. Hier einige Stimmen: 
„Wir waren noch an der Oberfläche ... aber die Tiefe hat sich aufgezeigt... wir sollten weiter dran bleiben...“
 „ Keine leichte Kost am Abend, aber klasse gemacht...“  
„ lebendig und kurzweilig vorgetragen...hatte ich so nicht erwartet“ 
„... ein excellentes Duo, welches versucht hat, uns für die „Freuden“ von AI und KI zu sensibilisieren. Gratulation zu Thema und Referenten...Danke dafür.“ 
 

Und von den Referenten: 
„Die Leute waren wissensdurstig, aufmerksam und haben sehr gute Fragen gestellt.  Aber das ist das Tolle bei einer Präsentation bei einem Marketing Club wie dem MCN, die Leute sind praktisch immer motiviert und freundlich. Macht einfach Riesenspass mit solchen Teilnehmern. DANKE!“, so Urs.

Zum Schluss haben wir dann allesamt ein Revival mit Vertiefung beschlossen. 
Wir bleiben also dran!
Darauf Taina: „ ...wir freuen uns auf das Revival und auf alle im MCN“.
Dito!