Rückblicke

Das Stadion der Zukunft: FCN erläutert Pläne beim MCN

5. Oktober 2026

Wer hätte gewusst, dass das Nürnberger Stadion 1928 den Architekturpreis im Rahmen der Olympischen Sommerspiele gewann? Zugegeben: Das ist schon sehr lange her. Damals galt das „Achteck“ als eines der schönsten Stadien weltweit.

Doch heute entspricht es nicht mehr den modernen Anforderungen. Das erklärte uns FCN-Finanzvorstand Stefan Heim beim vergangenen Marketing-Club-Abend. Dass das Stadion die Ausschreibung für die EM 2024 knapp verlor, ist nur einer der vielen Belege dafür. Flutlichtanlage veraltet, Mängel am Logen- und VIP-Bereich sowie zu kleine Medienbereiche waren einige der Gründe für die Ablehnung.

Doch nicht nur für sportliche Großveranstaltungen braucht Nürnberg den Vollumbau, sagt Stefan Heim. Auch für die sportliche Weiterentwicklung des 1. FC Nürnberg.

Fotos: Christine Blei

Warum der Club ein neues Stadion braucht

Der FCN-Finanzvorstand nahm uns gedanklich mit auf eine Zeitreise, als der Club noch Rekordmeister war. Da konnte das Stadion mit den sportlichen Erfolgen mithalten. Oder war es das moderne Stadion, das den Erfolg des Vereins erst ermöglichte?

So weit würde Stefan Heim nicht gehen, aber es steht wohl außer Frage, dass der sportliche Erfolg auch an den wirtschaftlichen Erfolg geknüpft ist. Und der lässt sich ohne neues Stadion wohl nur schwer erreichen.

Er betonte auch, dass der Club das größte Businessnetzwerk in Nordbayern sei. Und genau hier liege das Potenzial. So soll Uli Hoeneß einst gesagt haben: „Im VIP-Bereich wird die Kohle verdient.“ An dieser Stelle habe das Nürnberger Stadion derzeit aber einen Wettbewerbsnachteil, findet Stefan Heim. 

Fotos: Christine Blei

Was ist geplant im Nürnberger Stadion der Zukunft?

Eines gleich vorweg: Die typische Achteck-Form soll erhalten bleiben. Doch im Bereich Vermarktung gibt es noch Potenzial, angefangen bei attraktiveren VIP- und Business-Bereichen mit deutlich mehr Kapazität bis hin zu vergrößerten TV-Studios, um den Ansprüchen moderner Sportberichterstattung gerecht zu werden.
Denn auch wenn Bandenwerbung weiterhin sehr gefragt ist, so läuft vieles künftig auf eine weitere Diversifizierung der Vermarktungskanäle hinaus.

Nicht alle Umbaupläne werden aber der Vermarktung untergeordnet. Ganz im Gegenteil: Der FCN-Finanzvorstand denkt auch schon an eine verbesserte Barrierefreiheit für Fußballfans, die im Rollstuhl sitzen. Und an die erweiterte Nutzung des Stadions für große Konzerte und Festivals wie Rock im Park.

„Mit dem neuen Stadion wollen wir einen Mehrwert für die ganze Region schaffen“, so Stefan Heim.

Die ganze Stadt soll etwas vom neuen Stadion haben, nicht nur die Cluberer. Trotzdem wurden auch die treuen Fans nach ihren Vorstellungen fürs neue Stadion befragt, verriet uns David Hufer von der Stabsstelle Stadionentwicklung. Demnach befürworteten die Fans zur Überraschung der Stadionprojektgruppe nicht eine einrangige Nordkurve (Stichwort: Rote Wand), sondern eine zweirangige Nordkurve mit Stehplätzen im Oberrang.

Fotos: Christine Blei

Was passiert während der Bauphase?

David Hufer weihte uns zudem in die Umbauszenarien ein. In der Vergangenheit wurden deutsche Stadien im laufenden Spielbetrieb umgebaut. Beispiele im Ausland zeigen aber, welche Vorteile die Errichtung eines temporären Interimsstadions in der Umbauphase haben kann.

Heim reiste mit einer Delegation nach Zaragoza, um sich anzusehen, wie der spanische Verein ein Interimsstadion organisiert hat. Der 1. FC Nürnberg präferiert und prüft diese Option weiterhin. Mehrere bestehende Stadien wurden als Ausweichspielstätte bereits geprüft und nach aktuellem Stand qualifiziert verworfen.

Bei der anschließenden Fragerunde ging es um weitere Details des Umbaus und selbstverständlich auch um die Finanzierung. Die MCN-Mitglieder kamen dabei in den Genuss von ganz exklusiven Infos, die wir an dieser Stelle nicht verraten. Aber vielleicht ist das ein Anreiz, über eine Mitgliedschaft im Marketing Club Nürnberg nachzudenken…

Fotos: Christine Blei

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