Rückblicke

MCN meets Kultur: Nürnberger curt-Magazin stellt sich vor

16. Februar 2026

Das Nürnberger Stadt- und Kulturmagazin curt ist eng mit dem Namen „Lampe“ verbunden – dem Spitznamen von Reinhard Lamprecht. Der Gründer des Magazins hat beim Marketing Club Nürnberg im ATHEM Open Creativity Space Rede aus dem Nähkästchen geplaudert – über Kunst, Kultur und Printmagazine in heutigen Zeiten.

Wie alles begann – curt geht in Nürnberg an den Start

Reinhard Lamprecht war vor über 25 Jahren (wie auch heute noch) ein eifriger Kneipengänger und „beobachtend im Nachleben“ unterwegs. Leute zu analysieren hat ihm Spaß gemacht und so entstand nach und nach die Idee für curt.

„Drei Biere sind keine Party“ – Reinhard Lamprecht

Zusammen mit seinem Bruder entwickelte er das Konzept für den Partywegweiser in Nürnberg – die erste Ausgabe war sogar noch in Heimarbeit entstanden.
Da es Social Media noch nicht gab, wurde der Eventkalender von curt schon bald unverzichtbar. Vom Rave bis zum Punk-Konzert fand sich alles im Magazin wieder.

Die curt-Transformation: vom Szene-Heft zum Kultur-Magazin

Von der Kneipenkultur zur Kunstszene – an dieser Entwicklung war auch maßgeblich der Nürnberger Kabarettist und Schauspieler Matthias Egersdörfer beteiligt.
Nach dessen Rauswurf bei der Nürnberger Abendzeitung, konnte Lampe ihn dazu überreden, eine Kolumne im curt-Magazin zu schreiben. Und dass, obwohl Egersdörfer das Magazin damals als „Disco-Deppen-Postille“ bezeichnete.

Nach und nach schlossen sich immer mehr hochkarätige Redakteure dem curt-Team an, darunter auch weitere Kulturpreisträger. Heute decken vier feste und 10 bis 12 freie Mitarbeiter das bunte Spektrum der Kunst- und Kulturszene in Nürnberg ab.

Was ist auch nach der curt-Transformation noch wie vorher?

Diese Frage konnte Reinhard Lamprecht schnell beantworten: viel Herzblut, DIY-Vibe und willkürliche Kurationen. Und natürlich Chaos kurz vorm Andruck – daran habe sich in den letzten 25 Jahren nichts geändert.

Zudem machen/schreiben die Redakteure nach wie vor, was sie wollen. Zwar sind sie als kostenloses Magazin auf Kooperationen und Anzeigen angewiesen, doch ihre Themen werden dadurch nicht beeinflusst. Passt ein Kooperationspartner partout nicht ins Konzept von curt, wird er auch mal abgelehnt. Das ist Haltung, so Reinhard Lamprecht.

Lehren aus über 25 Jahren: Was wird aus dem curt Magazin?

Den Spruch „Print ist tot“ hört man immer wieder und auch Lampe bestätigte das. Wie hat es curt dann geschafft im digitalen Zeitalter zu überleben?

Glück war, dass Reinhard Lamprecht sich die Domain zu „curt“ bereits frühzeitig gesichert hatte, so konnte er die Reichweite des Magazins auch online ergänzen.
Doch mit dem Aufstieg von Social Media verlor curt sein Alleinstellungsmerkmal in der Region: Event-Kalender und Nürnberger Community waren nun online vielfach und jederzeit erhältlich.

“Verschenken ist besser als verkaufen“ – Reinhard Lamprecht

Was curt wohl gerettet hat – im Gegensatz zu ähnlichen Magazinen wie dem „Plärrer“ – war, dass es kostenlos ist. Dadurch bekomme curt die entsprechende Reichweite, so Lamprecht. Er hält diese Strategie für eine der wichtigsten Entscheidungen.

Vielen Dank an Reinhard „Lampe“ Lamprecht für diese ehrlichen Einblicke in seine Arbeit und für die vielen lustigen Anekdoten aus mehr als 25 Jahren curt!

Fotos: Florian Graser

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