03.04.2017

Mammut

Absolute Alpine – Wettersturz im Outdoormarkt

Am 03. April ging es hoch hinaus und die Mitglieder des Marketingclubs sowie über 30 Mitglieder des BME (Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.) wurden schon zu Beginn zu einer Livebesteigung des Mount Everest eingeladen: in nur 3 Minuten. Lediglich Dean Polic, Geschäftsführer Mammut Deutschland und BeNeLux, sowie Rainer Berger haben das Wetter richtig gedeutet und kamen in passender Montur, was bei den beiden Outdoor- Enthusiasten natürlich nur einen Griff in den Kleiderschrank bedeutet. Thema des Abends war die sich massiv wandelnde Outdoorbranche aus der Sicht der Premiummarke Mammut. Um sich zu differenzieren muss Mammut neue Wege gehen, um nach 150 Jahren Unternehmensgeschichte nicht auszusterben.

Nachdem es bis 2014 ein massives Branchenwachstum gab, hat seit 2015 eine Konsolidierung stattgefunden, welche für Mammut durch Währungsverluste verschärft wurde, als die Schweizer Bank aufhörte, den Euro zu stützen. Somit musste eine neue Strategie für 2018 und die Zukunft her - auch um weiterhin eine wichtige Säule in der Conzzeta Holding zu bleiben, zu der Mammut seit 1943 gehört. 

Hierfür arbeiten und brennen die 700 Mitarbeiter von Mammut, die sich meist nicht nur fachlich für die Materie begeistern, sondern auch – laut ihrem Chef – privat Outdoor-Freaks sind. 

Aus den Bergen für die Berge seit 1862 - mit diesem authentischen Auftritt will Mammut auch weiterhin punkten – Absolute Alpine eben. Während es an Authentizität nicht mangelt und die eigenen Mitarbeiter und Kunden die höchsten Berge, steilsten Wände und tiefsten Täler überwinden, um als Markenbotschafter aufzutreten, hinkt Mammut aktuell in der Wertschöpfung und der Trenderkennung den Wettbewerbern hinterher. Mammut produziert nicht selber, sondern wählt Rohstoffe aus, designt Produkte und lässt dann produzieren. Wenn die falsche Entscheidung getroffen wird, dauert die Kurskorrektur jedoch 2 Jahre, bis sie im Markt ankommt. Hier muss man agiler werden. 

Auch entwickelt sich der Wettbewerb weiter und speziell die Händler stellen eigene Produkte her oder haben rein digitale Brand-Stores, in denen sie mit niedrigen Preisen die etablierten Marken unter Druck setzen. Mammut musste somit einem der schwersten Wetterstürze der Unternehmensgeschichte begegnen, aber wie?

Um eine stabilere Wetterlage sicher zu stellen, hat sich Mammut nicht nur neuen Händlern wie Zalando geöffnet, die Marke hat auch ihr Verständnis von Kunden grundlegend gewandelt. War früher der Händler der Kunde, wurde die "Blindbox" Endkunde geöffnet und der Leitspruch bei der Markenführung lautet „Das Teil muss in die Tüte“. 

Mammut will den Herzschlag des Kunden spüren und setzt dabei auf drei Strategiesäulen: Multichannel Management, Consumer Centricity und den Aufbau einer Global Company (aus der Schweiz heraus die Welt verstehen), wobei das Ziel Skalierung und nicht Expansion ist.

Gleichzeitig gilt es, die Marke Mammut weiterhin zu leben. Dies gelingt unter anderem durch das Sponsoring der European Outdoor Film Tour, dem Project 360 (die tollsten Bergsteiger-Routen in 3D) oder am POS durch den Mammut Beacon-Store.

Wie aktuell in Russland das Wollhaarmammut durch die Genforschung wieder zum Leben erweckt wird, so wird auch die Marke in Zukunft auf den Gipfeln der Welt zu Hause sein. Nur dass dieses Mammut dafür nicht erst aussterben muss.

Ein intensiver und emotionaler Eventabend im Marmorsaal ging wie nach einer Bergbesteigung feierlich mit vielen Prosts beim Get Together zu Ende. Heiko Menn (Mitglied des BME-Regionsvorstandes) brachte die erste Kooperationsveranstaltung auf den Punkt: „Ich schätze das hervorragende Netzwerk beim Marketing Club. Dies gibt immer wieder neue Impulse und Anregungen.  Es war schön anzusehen, wie die beiden Verbände in den Dialog getreten sind. Die beiden, auf den ersten Blick unterschiedlichen Welten Marketing & Einkauf, sitzen einfach in einem Boot.“ Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Bootstouren…