KI-Assistenten: Einblicke in die hybride Arbeitswelt der Zukunft
23. September 2025
Habt ihr eurer KI schon mal Trinkgeld versprochen, wenn sie ihre Aufgabe besonders gut macht? Das funktioniert sehr gut, sagt Marc Stühler von Leaders of AI. Er war gestern im Marketing-Club Nürnberg zu Gast, um uns alles über sein Bildungs-Start-Up zu erzählen.
Leaders of AI bietet Kurse und Schulungen an, bei denen Mitarbeiter und Führungskräfte den Umgang mit KI-Tools lernen. Sie selbst sind Vorreiter in der Sache: Maximal 10 Mitarbeitende soll das Unternehmen haben – sämtliches Wachstum wird ausschließlich über „KI-Mitarbeiter“ erzielt.
Hybride Teams – Wie läuft das in der Praxis?
In der hybriden Organisation tragen 30 KI-Assistenten die operative Last, d.h. es werden vor allem repetitive und administrative Aufgaben an die KI-Tools übergeben. Dazu gehört das Schreiben von E-Mails und Protokollen bis hin zu Anrufen tätigen.
Die KI-Assistenten werden dabei für ganz spezifische Aufgaben erstellt und trainiert, zum Beispiel für Recherche, HR oder als Texter für Social Media. Sie bekommen auch Charaktereigenschaften zugewiesen, wie humorvoll oder sachlich.
„Die KI verschafft uns Raum, um uns menschlichen Aufgaben zu widmen“ – Marc Stühler, Leaders of AI.
KI-Content-Management am Beispiel von Leaders of AI

Bei Leaders of AI erledigen zwei Recherche-KIs die Vorarbeit für die Social Media Auftritte. Ein KI-Chef leitet die Ergebnisse an den Head of Communication – eine echte Person – weiter. Wenn diese Person das OK gibt, schickt der KI-Chef die Recherche an die unterschiedlichen KI-Assistenten weiter, die daraus Facebook-Posts, LinkedIn-Beiträge und sogar einen Podcast erstellen.
Die fertigen Beiträge landen zur Kontrolle noch einmal auf dem Tisch der realen Mitarbeiterin und werden von ihr freigegeben. Dann posten die KI-Assistenten eigenständig ihre Beiträge. Und das mit Erfolg: Die Follower-Anzahl konnte vervielfacht werden. Was früher zwei bis drei Tage Arbeitszeit in Anspruch genommen hat, dauert so nur noch etwa zwei Stunden.
Was braucht ein hybrides Team – technisch und menschlich?
Wichtig für Leaders of AI: Sie greifen hauptsächlich auf europäische KI-Lösungen zurück wegen der hohen Datenschutzauflagen, Langdock zum Beispiel.
Auch die Mitarbeitenden müssen dazu befähigt werden, mit KI-Assistenten Hand in Hand zu arbeiten.
„Jeder, der mit KI arbeitet, hat plötzlich Führungsaufgaben bekommen“, so Marc Stühler.
Das bedeutet, man braucht auch die entsprechenden Fähigkeiten:
– Gute Kommunikationsfähigkeiten
– Gutes Feedback geben
– Weiterentwicklung (eines Mitarbeiters/einer KI) ermöglichen
– Critical Thinking Skills
Fazit: Auch hybride Teams sind im Grundsatz menschlich: Sie werden von realen Personen angeleitet, betreut und kontrolliert. Und selbst die KI-Assistenten reagieren menschlich, denn die Sache mit dem Trinkgeld erklärt Marc Stühler so: „Auch die KI muss emotional incentiviert werden.“
Fotos: Peter von Beyer







