Konrad Sörgel: Hand in Hand statt Clash of Generations
18. November 2025
Beim vergangenen MCN-Abend widmete sich Konrad Sörgel einer Frage, die aktuell Unternehmen mehr denn je beschäftigt: Wie gelingt Innovation, wenn unterschiedliche Generationen mit völlig verschiedenen Denk- und Arbeitsweisen aufeinandertreffen?
Sein Vortrag zeigte eindrucksvoll, warum viele Firmen heute an ihrer eigenen Struktur scheitern – und wie es gelingen kann, dass Native Analogs und Native Digitals zusammenarbeiten.
Warum Unternehmen oft am Status quo scheitern
Anhand bekannter Beispiele wie Nokia und Blockbuster machte Sörgel deutlich, dass viele Marktführer nicht an mangelnder Kompetenz scheitern, sondern am Festhalten an alten Strukturen und Ideen.
In vielen Unternehmen dominiert noch immer ein „top-down“-Ansatz: Ideen wandern von oben nach unten. Doch gerade die Native Digitals – also alle nach 1980 Geborenen – stehen in der Hierarchie meist weiter unten. Ihre Ideen werden daher oft nicht gehört. Dabei sind sie es, die neue Tools, neue Geschwindigkeiten und neue Denkweisen in die Unternehmen bringen könnten.
Das Resultat: Innovationsmangel, der nicht aus fehlenden Ideen entsteht, sondern aus veralteten Strukturen.
Wie Neues entsteht und was Innovation wirklich bedeutet

Ob Evolution, Erfindung oder Vision – Sörgel zeigte verschiedene Wege auf, wie Neues in die Welt kommt. Entscheidend sei jedoch immer das gleiche Prinzip: Innovation bricht alte Muster auf. Sie entsteht, wenn Regeln infrage gestellt und Verhältnisse zugunsten neuer Ideen verschoben werden.
Dazu gab Sörgel klare Handlungsempfehlungen:
- Probleme neu formulieren – 90 % über das Problem und 10 % über die Lösung nachdenken.
- Eine radikale Zukunft verkünden – Zukunftsbilder schaffen Orientierung.
- Die Kluft mit einer einzigartigen Idee überbrücken.
- Co-Creation nutzen – echte Innovation entsteht gemeinsam.
- Native Analog und Native Digital zusammenbringen – Erfahrung + Geschwindigkeit.
Tipps zur Umsetzung: Was Unternehmen jetzt tun sollten
Damit Innovation nicht nur ein Vortragsthema bleibt, gab Sörgel konkrete Umsetzungstipps:
- Finden Sie Ihr „Warum“ und suchen Sie Ihre Märkte danach aus.
- Fokussieren Sie sich auf Ihre Kunden statt auf die Konkurrenz.
- Schaffen Sie neue Kategorien, statt nur Trends hinterherzulaufen.
- Animieren Sie die junge Generation ihre Ideen zu äußern – ihre Perspektive ist oft ein wichtiger Impuls.
- Sprechen Sie Gen Z bei der Vermarktung anders an: spielerisch, emotional und mit Momenten, die überraschen.
- Denken Sie jedes Produkt digital weiter, selbst wenn es analog startet.
Fazit: Innovation braucht Generationen, die einander Raum geben
Sörgel brachte es am Ende auf den Punkt: Führung verläuft heute nicht mehr nur von oben nach unten. Innovation entsteht dort, wo Erfahrung und Frische, Beharrlichkeit und Neugier zusammenkommen.
Oder wie er sagte: It takes two to tango.
Außerdem wurde an diesem Abend Gerd Bise für 30 Jahre Mitgliedschaft im Marketing Club Nürnberg geehrt.
Fotos von Christine Blei












