Rückblicke

Lokaljournalismus im Wandel: Digital first beim VNP

15. Mai 2026

Der Verlag Nürnberger Presse (VNP) erreicht täglich rund 600.000 Print Leser:innen und 200.000 digitale Besucher:innen in der Metropolregion. Wie alle Printmedien kämpfen auch die Nürnberger mit sinkenden Abozahlen. Doch dank des starken Digitalgeschäfts liegt die Gesamtreichweite heute wieder auf dem Niveau von vor zehn Jahren. Wie gelingt dieser Wandel hin zu „digital first“?

Beim VNP gilt: Digital first – auch im Lokaljournalismus

Von den VNP Werbe-Möglichkeiten sind heute nur noch ein Drittel Print – zwei Drittel sind digital. Dazu gehören „nn.de“ sowie das Reichweitenportal „nordbayern.de“. Hinzu kommen Newsletter, WhatsApp-Kanäle, Podcasts und vieles mehr.

Die Konkurrenz im Internet ist sehr groß und die Online-User sind nicht so loyal wie die Print-Abonnenten. Daher arbeitet die Redaktion datenbasiert.

Beim VNP sieht das so aus: Jede:r Redakteur:in hat ein Dashboard, auf dem sie die User-Statistiken ihrer Online-Artikel sehen. Dabei wird unter anderem ausgewertet:

  • Media Time: Wie lange bleiben Menschen im Artikel?
  • Visitors: Wie viele einzelne Besucher kommen auf die Seite?
  • Page Views: Wie oft wird eine Seite aufgerufen?
  • Conversions: Wie viele schließen ein Abo ab?

Um online gesehen und gefunden zu werden, optimieren SEO-Manager die Artikel mit Zwischenüberschriften und Teasern.

Was ist beim Online-Lokaljournalismus anders als im Print?

„Conversions sind die neue Währung“, sagt Ella Schindler vom VNP. Sie ist dort Leiterin Professional Development and Culture Redaktion. Seit sechs Jahren ist sie auch für die Volontärsausbildung verantwortlich.

Zitat Ella Schindler

Von ihr erfuhren wir auch, dass die Reporter ihre Ideen pitchen. Die Blattmacher/Editoren entscheiden dann nach Engagement-Faktoren und User Needs, ob das Thema aufgegriffen wird oder nicht.

Bei Online-Artikeln wird immer nur ein „User Need“ erfüllt. Drei dieser Bedürfnisse sind:

  • Update
  • Hintergrund-Infos
  • Meinungsartikel

So entstehen aus einem Thema mitunter bis zu fünf Online-Artikel.

Aber macht der VNP jetzt nur noch zu klickstarken Themen Lokaljournalismus?
Nein, natürlich nicht! Auch kulturellen Themen, wie Ausstellungen etc., bekommen ihre Artikel.

Von IHK-Zeitung bis Landing-Page: So crossmedial ist der VNP

Natürlich braucht ein Verlag neben den journalistischen Formaten auch eine Werbevermarktung. An der Stelle kommt Peter Hellerbrand zum Einsatz. Der Leiter für Print und Crossmedia stellte uns die vielen Sonderformate des VNP vor. Hier eine kleine Auswahl:

  • WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, das Magazin der IHK in Nürnberg
  • Newsletter zu diversen Themen
  • Beteiligungen an Franken Fernsehen und Radio F
  • Podcasts für Club-Fans und True-Crime-Fans

Für Kunden, die Print-Anzeigen beim VNP buchen, hat Peter Hellerbrand seit Anfang des Jahres einen ganz besonderen Service: Bei jeder Schaltung wird aus dem Inserat ohne Zusatzaufwand automatisch eine sogenannte Smart Ad erzeugt. Dabei handelt es sich um ein Werbebanner mit hinterlegter Mini-Landing-Page.

Auf der Seite wird das Produkt oder Angebot nochmals gezeigt und beschrieben – mit zusätzlichen Infos wie Geschäftsadresse und Anfahrt. Diese Landing-Pages können quasi über Nacht erstellt werden.

Der Abend hat uns den digitalen Wandel im Multimedia-Haus des VNP eindrucksvoll aufgezeigt – mit allen crossmedialen Inhalten und Werbemöglichkeiten. Wir danken den Speakern Ella Schindler und Peter Hellerbrand sowie  Claudia Auer, Leiterin für Marketing & Kommunikation für diese wunderbare Veranstaltung.

Fotos: Florian Graser

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