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12.04.2021

Nürnberg Kultur Agenda 2030

Interview mit Prof. Dr. Julia Lehner

So außergewöhnlich die Veranstaltung war, so ist es auch dieser Nachbericht:

er kommt im Wesentlichen als Videozusammenschnitt.

 

Vorab einige Einführungen:

 

Der Abend begann mit technischen Schwierigkeiten, so dass wir die Teilnehmer im Live Stream erst mit deutlicher Verspätung begrüßen konnten. Doch davon ließ sich unsere Talk-Runde mit Frau Prof. Dr. Julia Lehner (2. Bürgermeisterin der Stadt Nürnberg für den Geschäftsbereich Kultur) und Christina Stuiber-Petersen (MCN Vorstand PR & Kommunikation) nicht aus dem Konzept bringen. Beide agierten professionell und waren top vorbereitet.


Nürnbergs Kultur steht aktuell noch immer stark eingeschränkt unter dem Einfluß von Corona. Deshalb galt die zentrale Frage der Planung und Umsetzung der Kulturprojekte - trotz  Pandemie. Prof. Lehner erklärte ausführlich, welche Hilfsstrukturen auf kommunaler Ebene für Kultur-Schaffende und für die Kunst- und Musikszene aufgesetzt werden. Bekannte große Kulturformate wie die Blaue Nacht, Bardentreffen oder Klassik Open Air können - das steht fest - auch dieses Jahr nicht stattfinden.

 

Doch die Stadt hat eine Reihe neuer „Sonderformate“ beschlossen, die Prof. Lehner im

Video ausführt, u.a. wie die neuen „Ermöglichungsräume“, also neue Open-Air-Formate, die mit ausgeweiteten Präsentationsflächen z.B. der Katharinenklause, dem Tucherschloß, den Museumsaußenflächen, oder „Auf AEG“ neue Bereiche für unterschiedliche Zielgruppen erschließen.

 

Mit viel Kreativität hat sich das Kulturamt an neue Formate gewagt und dabei überlegt,

wie man auch die not-leidenden Schausteller mit einbinden kann, da das Frühlingsfest

und Altstadtfest als nicht durchführbar gelten. Der Stadtstrand in anderer Form steht noch in der Diskussion. Das neue „Strandkorb Open Air“ am Luitpoldhain in Kooperation mit dem Konzertbüro Franken kann funktionieren, hofft Frau Prof. Lehner.

 

In dem Interview nehmen die Großprojekte und deren Strukturvorhaben einen breiten Raum ein. Fragen nach dem Sanierungsfall Opernhaus und einen möglichen Interimsspielort, der Umbau der Meistersingerhalle und die geplante Konzerthalle,

sowie die Zukunft des Reichsparteitagsgeländes wurden von Prof. Lehner ausführlich

beantwortet.

 

       "Kultur hat viele Gönner, die sollte man aktivieren..."

 

Stuiber-Petersen spielte abschließend noch eine Vision mit Prof. Lehner durch: Warum holt sich die Stadt Nürnberg nicht einen international ausgezeichneten Architekt:in, um die mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten mit zeitgenössischer Architektur zu spiegeln?

Die Nürnberg Messe macht es vor mit der Londoner Architektin Zara Hadid. Leider hat man vor Jahren dem international gefeierten Stararchitekten Helmut Jahn als gebürtigem Zirndorfer in seiner Heimatstadt kein Forum gegeben! Hier hat sich Nürnberg eine großartige Chance entgehen lassen, in der Liga der Großstädte mit herausragender Architektur zu spielen. Beste Beispiele sind Valencia, das mit dem ortsansässigen Stararchitekten Santiago Calatrava spektakuläre Bauten zu bieten hat oder Bilbao, das Frank O. Gehry mit dem Bau des futuristischen Guggenheim-Museums zur Kulturmetropole gemacht hat.

 

Die Antworten von Frau Prof. Lehner und auch das Argument der Finanzierung solcher Objekte finden Sie im Interview. Überraschend auch ihre Meinung zum Thema Fundraising, der Ressourcenbeschaffung im Kulturbereich.

 

CSP / BB